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Von Fernweh und den Abenteuern

Monday, January 18th, 2016

Fernweh, das ist nicht die Lust auf Urlaub. Es ist ein Drang der in manchen Menschen tiefer verankert ist als der Selbsterhaltungstrieb. Die Lust, das Verlangen eher, raus in die Welt zu kommen. Die Unruhe die einen überkommt wenn man zu lange an einem Ort ist. Wenn Spontanität ihr Maximum bei einem erreicht wenn man mal eine Stunde früher sein Abendessen einnimmt, dann ist man für dieses Gefühl des Fernweh wohl eher ungeschaffen. Es ist wie eine Hand die den Geist immer versucht aus dem Körper zu ziehen und dieser nur versucht mitzuhalten.

Ok, meine “poetisches” Können hat damit gerade sein Ende erreicht, aber was will ich nun eigentlich sagen? Ich denke, heute in einer Zeit wo man vor dem Studium noch 1-2 Jahre “Work’n’travel” machen kann als Jugendliche viele umher reisen und Dank der heutigen Technologie total das Land in dem sie sich befinden missachten. Es ist einfach zu einer gequälten Selbstdarstellung geworden. “Seht her, ich bin in Australien [wie zigtausend andere], bin ich nicht total verrückt das ich das mache?!” Wenn es kein tägliches Update auf Facebook oder Twitter gibt mit einem neuen Foto drehen sie total durch. Immer zu auf der Suche nach dem nächsten Alltagserlebnis das durch die Ferne natürlich total krass ist. Aber es  geht meiner Meinung nach der wichtigste Aspekt der Ferne oft verloren: die Kultur und die Menschen aus diesem Land. Was bringt es mir an einem Tourismusort zu sein und mich mit anderen Deutschen zu unterhalten. Natürlich schön, diese haben sicher auch interessante Geschichten zu erzählen, aber sollte man nicht versuchen mit der Lokalbevölkerung in Kontakt zu treten?  Also auf einen intensiven Kontakt. Und aus diesem Kontakt müssen keine auf ewig-währendenen Freundschaften entstehen, ganz im Gegenteil. Meiner Meinung nach muss man für einen guten Austausch nichtmal den Namen des Anderen erfahren um ihn wirklich zu erleben.  Und versteht mich nicht falsch, macht Fotos, Videos oder haltet es schriftlich fest wie euch die Menschen des Landes inspirieren, mitnehmen oder in Erinnerung blieben. Aber macht es doch auf eine Art, wo ihr nicht permanent im Mittelpunkt steht. Qualität sollte der Quanität immer vorraus gehen. Kann man auch sehr gut an der Menge der Einträge auf dem Blog erkennen in den letzten beiden Jahren.

Ich kann nicht sagen, das ich nicht auf meinen vergangenen Reisen mich nicht dieser Sünden mitschuldig gemacht habe. Daher wirken manche der Aussagen auf mich auch recht heuchlerisch, muss ich mir leider eingestehen. Und von daher zurück zu mir. Ist ja schließlich mein Blog und da dreht sich alles um mich, mich, mich. (more…)