Intelligent genug um zu erkennen wie dumm ich bin

Ich trug zum ersten Mal in einer relativ großen Stadt soetwas wie Baggypants, übergroße Jacke aus gleichem Stoff und so Pennerhandschuhe (welche allerdings nicht das maßgebende sind, ich wollte es nur erwähnen weil ich sie mag). Gleichzeitig dröhnte aus meinem iPod, über Kopfhöhrer versteht sich, 90’er HipHop und Rap sowohl Englisch als auch Deutsch und ich hab mich in dem Moment ziemlich gut gefühlt, wobei eher als was Besseres. Kurz darauf kam mir dann die Idee zu diesem Post. Ich bin zu dem geworden, was ich vor Jahren so verachtet habe.

Ich habe mir immer fest vorgenommen, ich werde nich zu so einem pseudo Gangsterdeppen, der sich für so viel besser hält und ihn insgeheim alle nur anschauen, weil er sich so scheiße kleidet und nicht weil er so cool ist. Inzwischen bin ich die Ausnahme, wenn ich so herumlaufe, vor einigen Jahren wäre ich mit dem Stil wo super integriert, aber inzwischen ist es so, als wäre ich, was den Stil angeht, wie ein Cornetto Eis. Ich denke die Verwunderung war in meinem Lieblingsgeschäft noch größer, als ich dort als Hopper angelatscht kam und mir meine Mädchenmanga gekauft habe und Berserk auch,  sehr guter Manga übrigens. Gleichzeitig ist es wohl auch der Ort, wo ich mich inzwischen am wohlsten fühle. Als jemand der im Internat wohnt und dort keine Privatsphäre hat und nur selten zu Hause ist dieses Geschäft, das immer gleichzubleiben scheint, ein wahrer Segen.

Und nach dem Exkurs in Richtung geistlicher Frieden, komme ich mal zum ursprünglichen Thema zurück. Es scheint fast so, als hätte ich den Zug erneut verpasst. Ich kann noch aufspringen, aber mit jedem Tag ist er ein Stück weiter aus dem Bahnhof draußen. Ich sollte wirklich langsam zum Lauf ansetzen, doch ich sitz immernoch auf der Bank und schaue ihm hinterher. Diese Bank ist ebenfalls ein guter Freund. Ich sitze bereits seit 3 Jahren auf ihr und ich hab mich ihr angepasst, genauso wie sie sich an mich. Die Bank ist groß genug, das noch andere Menschen sich dort hinsetzen können und es haben sich schon einige interessante Personen draufgesetzt. Die Gespräche waren oft sehr interessant, manchmal hat man auch nur nebeneinander gesessen und sich angeschwiegen. Beides hatte seine Reise und ich musste nie wen von meiner Bank werfen. Meistens habe ich es allerdings geschafft, dass sie von allein ihren Platz verlassen haben, auch wenn ihr Zug noch lange nicht da war.

So, genug tiefgründig geschrieben, ich kanns eh nicht so gut, wie ich gern wollte, aber mit jedem Eintrag, habe ich ein wenig mehr Lust, diesen alten Freund Bank zu verlassen und zum Sprint anzusetzen. Ob ich im dann aufspringe oder genügend Kraft habe nebenher zu laufen, das kann ich erst dann sagen.

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