Von Fernweh und den Abenteuern

Fernweh, das ist nicht die Lust auf Urlaub. Es ist ein Drang der in manchen Menschen tiefer verankert ist als der Selbsterhaltungstrieb. Die Lust, das Verlangen eher, raus in die Welt zu kommen. Die Unruhe die einen überkommt wenn man zu lange an einem Ort ist. Wenn Spontanität ihr Maximum bei einem erreicht wenn man mal eine Stunde früher sein Abendessen einnimmt, dann ist man für dieses Gefühl des Fernweh wohl eher ungeschaffen. Es ist wie eine Hand die den Geist immer versucht aus dem Körper zu ziehen und dieser nur versucht mitzuhalten.

Ok, meine “poetisches” Können hat damit gerade sein Ende erreicht, aber was will ich nun eigentlich sagen? Ich denke, heute in einer Zeit wo man vor dem Studium noch 1-2 Jahre “Work’n’travel” machen kann als Jugendliche viele umher reisen und Dank der heutigen Technologie total das Land in dem sie sich befinden missachten. Es ist einfach zu einer gequälten Selbstdarstellung geworden. “Seht her, ich bin in Australien [wie zigtausend andere], bin ich nicht total verrückt das ich das mache?!” Wenn es kein tägliches Update auf Facebook oder Twitter gibt mit einem neuen Foto drehen sie total durch. Immer zu auf der Suche nach dem nächsten Alltagserlebnis das durch die Ferne natürlich total krass ist. Aber es  geht meiner Meinung nach der wichtigste Aspekt der Ferne oft verloren: die Kultur und die Menschen aus diesem Land. Was bringt es mir an einem Tourismusort zu sein und mich mit anderen Deutschen zu unterhalten. Natürlich schön, diese haben sicher auch interessante Geschichten zu erzählen, aber sollte man nicht versuchen mit der Lokalbevölkerung in Kontakt zu treten?  Also auf einen intensiven Kontakt. Und aus diesem Kontakt müssen keine auf ewig-währendenen Freundschaften entstehen, ganz im Gegenteil. Meiner Meinung nach muss man für einen guten Austausch nichtmal den Namen des Anderen erfahren um ihn wirklich zu erleben.  Und versteht mich nicht falsch, macht Fotos, Videos oder haltet es schriftlich fest wie euch die Menschen des Landes inspirieren, mitnehmen oder in Erinnerung blieben. Aber macht es doch auf eine Art, wo ihr nicht permanent im Mittelpunkt steht. Qualität sollte der Quanität immer vorraus gehen. Kann man auch sehr gut an der Menge der Einträge auf dem Blog erkennen in den letzten beiden Jahren.

Ich kann nicht sagen, das ich nicht auf meinen vergangenen Reisen mich nicht dieser Sünden mitschuldig gemacht habe. Daher wirken manche der Aussagen auf mich auch recht heuchlerisch, muss ich mir leider eingestehen. Und von daher zurück zu mir. Ist ja schließlich mein Blog und da dreht sich alles um mich, mich, mich.

Ich hab es in der Vergangenheit versäumt meine Gefühle schriftlich festzuhalten. Im nachhinein wünschte ich es sehr. Es gibt von mir nur zwei sehr begeisterte Videos, direkt nach der Landung und im Zug nach nach Tokyo, von der Japanreise. Der Rest ist rein bildlich festgehalten und leider gar nicht in Schrift. Vor allem letzteres hatte ich mir vorgenommen und das dann gar nicht gemacht. Von daher ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit, bevor ich in die Zukunft übergehe:

Japan war schön. Mit diesen drei Worten kann man es wohl am besten sagen. Es war eine Reise die visuell beeindruckend war, menschlich tiefe Einblicke in einen selbst gewähren lies und auch definitiv hielt was wir uns davon versprochen hatten. Und um ehrlich zu sein, noch ein wenig mehr gab. Man könnte auch schön auf die Vergänglichkeit eingehen. Es gibt einen Expresszug für die Linie vom Hauptbahnhof in Tokyo zum Flughafen. Beide Male fühlte sich unendlich an. Die Hinreise weil es so eine Reizüberflutung war. Glück, Adrenalin, geteilte Freude. Es war ein schöner Moment. Die Rückreise zum Flughafen zurück war ähnlich. Es war eine Reflexion der Reise, untermischt mit dem flauen Gefühl das dieses Abenteuer nun auf seinen letzten Metern ist. Unterwegs haben wir viele Menschen kennengelernt. Kulturell viel dazu gelernt und wer bei einem großen Straßenfest von einem Opa in einem Seitenimbiss eingeladen wird Abends ab 9 in der Bar darüber vorbeizuschauen, dann macht man es auch. Wenn man dann die letzte Bahn gerade so noch erwischt und dann falsch aussteigt und dann zu zweit sich 2 Stunden durch die Vororte Osakas angetrunken irrt, dann hat man das Land definitiv erlebt. Und sei es der Supermarkt der dann noch offen hat und man sich dort kurz ein Wasser kauft, nur um zu merken das man um diese Uhrzeit nicht der einzige Kunde ist. Sei es die Tatsache das man von einem wildremden Künstler die Tickets für eine teure Ausstellung bezahlt bekommt, weil er dort ausstellt und sich freut das Ausländer den weiten Weg in sein entlegenes Dorf gefunden haben. Es gibt so Vieles das eine Reise in eine andere Kultur ausmacht und die Menschen die man dort trifft sind für mich persönlich das größte Highlight.

Aber genügend Vergangenheit; was steht denn nun an? Am 26.02. dieses Jahr geht das nächste Abenteuer los. Auf unbestimmte Zeit in ein Land, wo ich wohl von ausging das es das Letzte wäre, wo ich freiwillig hinreisen würde. Ich bin noch kein Fan des Landes, aber vielleicht reizt mich ja genau das daran. Es wird definitiv interessant, wenn ich am Flughafen um 3 Uhr morgens in Hamburg rumeiern werde, damit ich gerade in die USA reisen kann. Und dann auch noch mit: “Aufenthaltsdauer: Unbestimmt”. Eines ist zumindest klar; ich werde viel mitnehmen und mal schauen wie lange ich es dort aushalte. Ich denke aber, es wird schon. Und wenn nicht; das nächste Abenteuer wartet dann auch schon. Es ist der erste Punkt auf einer Liste von Zielen und Möglichkeiten die ich mir in der Zeit nach dem Abitur (Ja, im Sommer 2015 endlich erhalten) erarbeitet und freigelegt habe. Sei es durch Zufall oder gezielte Anfragen. Mal schauen was die nächste Zeit noch für mich bereithält. Vielleicht wirds ja am Ende auch damit enden das ich irgendwo ein Studium mache, wenn ich ganz viel Pech habe. Mal schauen.

Abschließend: Schön abgeschwiffen wie immer, aber immerhin mal wieder ein ganzer Blogeintrag und kein halbes Ding. Ist doch auch mal was Schönes. Von daher:

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